Dieser Text wurde zum 25-jährigen Jubiläum der UWG Harsewinkel
von Stadtarchivar Eckhard Möller verfaßt.

Einleitung

1973, im Jahr der kommunalen Neugliederung, trat in Harsewinkel mit der Unabhängigen Wählergemeinschaft eine neue kommunalpolitische Gruppierung zu den Wahlen zum Stadtrat an, der ihre Gegner eine nur kurze Existenz prophezeiten, die sich aber dennoch zu einem dauerhaften Faktor der Harsewinkeler Kommunalpolitik entwickelte. Für aufmerksame Beobachter der Auseinandersetzung um die Zuordnung der neuen, aus den Gemeinden Harsewinkel, Greffen und Marienfeld entstandenen, Stadt Harsewinkel, kam diese Entwicklung nicht völlig überraschend.
Politisch spannend war sie, weil einerseits der CDU im konservativen Spektrum eine neue Konkurrentin erwuchs,andererseits eine Gruppierung mit den Anspruch, konkret die Interessen der Bürgerinnen und Bürger zu vertreten antrat.

Im folgenden soll die 25jährige Geschichte der Unabhängigen Wählergemeinschaft in den Grundzügen dargestellt werden.Nach einem einleitenden Kapitel über die Gründung der UWG folgt die Schilderung den Wahlperioden des Stadtrates.
Diese Gliederung hat einerseits sachliche Gründe: Die Bewertung des Erfolgs oder Mißerfolgs von Parteien und Wählergruppen mißt sich in erster Linie in dem Zuspruch, die sie bei den Wahlen von den Wählerinnen und Wählern erhalten.
Außerdem sind Wahlkämpfe Phasen nicht nur erhöhter politischer Aufmerksamkeit, sondern auch politischer Aktivität und politischer Aussagen. Kompakter und programmatischer als vor Wahlen werden die Zielvorstellungen gerade einer sich im kommunalen Rahmen bewegenden Wählergemeinschaft selten artikuliert.

Zum anderen hängt diese Gliederung aber auch mit dem vorhandenen Material zusammen. Die Wahlergebnisse in den Akten des Stadtarchivs Harsewinkel sind leicht zugänglich und unterliegen, anders als die jüngeren Sachakten nicht den Sperrfristen der Benutzungsordnung. Außerdem ist auch in der Überlieferung der UWG vor allem Material vorhanden, daß in Wahlkämpfen verteilt worden ist. Hinzu kommt, daß die Recherche in der Presse jeweils auf die vier Wochen vor den Wahlen beschränkt werden konnte, was sich allein aus Gründen der Arbeitsökonomie als notwendig erwies. Schließlich würde eine Darstellung, die die Arbeit der Wählergemeinschaft und ihrer Ratsfraktion umfassend schildert, einer Gesamtdarstellung der vergangenen 25 Jahre Ortsgeschichte entsprechen, wenn sie sich nicht auf das Aufzählen von Anträgen beschränken will.

Das für die folgende Darstellung genutzte Material sind einerseits die Akten des Stadtarchivs über die Kommunalwahlen zwischen 1973 und 1994, andererseits die Überlieferung der UWG. Dazu gehören sowohl die verteilten Flugblätter und Wahlkampfmaterialien, aber auch interne Argumentationspapiere und Notizen der Vor- und Nachbereitung von Veranstaltungen, die sich durch Presseberichte ergänzen ließen. Diese wurden auch herangezogen, um die Argumente der konkurrierenden Parteien in die Argumentation einfließen zu lassen und die Geschichte der UWG in die kommunalpolitischen Entwicklungen der vergangenen 25 Jahre einzubetten.